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Violett

Violett ist die dritte Farbe, die ich mir singulär vornehme - die ich mir quasi einlade, um sie näher kennen zu lernen. Und im besten Fall: um sie letztendlich toll zu finden.

Grün und Hellblau – die Farben, mit denen ich mich zuvor beschäftigt habe - sind schon keine so ganz einfachen Farben. Aber Violett ist irgendwie… krass! Krass? Oder lieblich? Kitschig? Schrill?
Ist Violett so, wie sie auf den ersten Blick erscheint oder ist mehr drin, ist etwas Außergewöhnliches mit ihr möglich? Hat sie Seiten, die man neu entdecken kann? Ist sie bereit, mehr zu zeigen, als sich fast ausschließlich im floralen Gebiet selbstbewusst und in der Tat großartig zu produzieren?
Welche Rahmen, welche Ideen, welche Ansätze kann ich zur Verfügung stellen, in denen sich die violetten Farbtöne anders und überraschend entfalten und folgend neue Komponenten erhalten?
Was sie kann, sehe ich daran, was ich ihr für Möglichkeiten anbiete.

Die Auseinandersetzung mit einer eher ungeliebten Farbe ist eine Mischung aus emotionalem Studium und kognitiv gesteuerter Partnerschaft.
Das Studium beinhaltet die Fragestellung, warum man etwas grundsätzlich ablehnt und unter welchen Bedingungen man sich etwas zueigen machen kann.
Unwille, schlechte Laune und schier unumstößliche Charaktereigenschaften sind auf beiden Seiten vorhanden und verhindern die geliebte, die angestrebte Affinität.
Der Wille zur Beziehung ist einseitig, er geht von mir aus. Der Kennlernwunsch hat hauptsächlich mit meiner Neugierde zu tun. Dass Violett ebenso neugierig ist, will ich nicht ausschließen - muss aber erst von mir erkannt also in „meine Sprache“ umgesetzt werden, was einer „Eroberung“ gleichkommt.

Natürlich kann man auch seinen Frieden mit der Tatsache machen, dass zu manchen Dingen einfach kein Draht besteht und sich ausschließlich den Sachen widmen, bei denen ohne Mühe eine große Anziehungskraft vorhanden ist. In meinem Fall könnte ich eine Ausstellung nach der anderen mit dunkelroten Arbeiten bestücken. Dunkelrot, Kastanienrot – zum Reinlegen!!! Aber ist das eine Kunst, einfach seine Vorliebe zu propagieren? Ohne weitere Fragen und Zweifel seine Präferenz auf der Leinwand kundzutun?

Während ich darüber schreibe, merke ich, wie es mir egal wird, ob das Kunst ist, oder nicht: die dunkelroten Bilder müssen her, massenweise in allen erdenklichen Formen. Ich wünschte, die Ausstellung wäre bereits fertig und ich könnte an den Arbeiten entlang spazieren, während mir vor lauter Befriedigung der überzeugenden Reflektion meines Geschmacks das Wasser im Mund zusammenläuft!

Das kommt vielleicht noch. Aber wer weiß, ob es mir letztendlich gelingt, ohne Eroberungsambitionen meine Affinität gegenüber Dunkelrot zu preisen.

Wie dem auch sei: Momentan habe ich Violett im Haus.